Mittwoch, 18. November 2020

Stierkampf in Ronda 15.05.2011

Problemlos kommen wir aus dem engen Grazalema weg und finden über landschaftlich schöner Strecke -an Kork- und Steineichen vorbei mit kleinen weißen Dörfern dazwischen-  Ronda. 



Auch Ronda thront auf einem Felsvorsprung in 750 m Höhe.

Zunächst müssen wir quer durch die Stadt und die Sorge kommt, dass es wieder eng wird – aber Glück gehabt! Wir können bei einem Supermarkt einparken, an dem nebenan große weiße Zelte aufgebaut sind und gerade eine Feria eingerichtet wird, die an diesem Wochenende stattfindet. Ferias sind Volksfeste und hier scheint es sich auch um eine Art „Dortmunder Herbst“ mit Jahrmarkt in klein zu handeln. Weil Ronda die Stadt des modernen Stierkampfes ist, in der der Torero zu Fuß den Stier bekämpft, wird hier ebenfalls eine Arena aus Holz aufgebaut. 

Wir bleiben, auch wenn es in der Nacht sicherlich laut sein wird. Jetzt machen wir erst einmal unseren Wochenendeinkauf im Supermarkt. 'Anschließend gehen wir in die Stadt, während Peters Kollegen, die hier inzwischen den Verkehr regeln, ein Auge auf unser Womo schmeißen.


Ronda zeigt sich bei Sonnenschein und um die 34 °C, es lohnt sich. Auch hier ist der maurische Baustil deutlich und den kennen wir ja nun schon. Ronda ist aber irgendwie für uns ansprechender als Sevilla und das ein oder andere Bauwerk beeindruckt uns. Ich lese zurzeit „Die Wanderhure“ und die folgenden Romane und lese dort nur übers Mittelalter. Genau die richtige Lektüre, denn durch die alten Gemäuer kann ich mir die Handlungen und Orte so richtig gut vorstellen.

Zunächst laufen wir durch die Haupteinkaufsstraße und die Auslage eines Geschäftes hat uns besonders angesprochen. Wir finden so manches Vorurteil bestätigt: Die Menschen fahren halt die passenden Autos!





Mittags ein paar Tapas in einer typischen Tapas-Bar und weiter geht's. 









Eine große steinerne Stierkampfarena weckt unsere Aufmerksamkeit. 


Ronda ist für die Entwicklung des "modernen Stierkampfes" verantwortlich. Früher kämpfte der Torero vom Pferd aus, da es für die Ritter gleichzeitig ein Training für kommende Schlachten war. 1720 soll ein Ritter vom Pferd gestürzt sein, er hat seinen Hut geschwenkt um den Stier abzulenken und daraus entstand der Stierkampf zu Fuß. Die Statue zeigt diesen jungen Mann aus der Familie Romero:


 





Eis schleckend (Es ist mindestens das 10. auf der Reise!) überstehen wir die Temperaturen und finden viele schöne Schattenplätze und das Wahrzeichen Rondas, die Brücke aus dem 18. Jh., Puente Nuova, führt mit 3 Bögen in 100 Metern Höhe über die Toja-Schlucht. Ruhig fließt das bescheidene Flüsschen Rio Guadelevin durch die gewaltige Schlucht. Früher saßen hier die „schweren Jungs“ ein, damit sie nicht entkamen.




Nach weiteren Stationen geht es die 3 km zurück zum Parkplatz zwischen der sog. Festwiese und dem Supermarkt. Nach einen kurzen Verschnaufpause stürzen wir uns in das Festplatzgewimmel. O. k., der „Dortmunder Herbst“ bietet mehr (Bastelideen bekomm'ste hier nicht, Silvia. Aber soviel bestellst du ja auch nicht mehr. Übrigens: Die Filztaschen als Stauraum haben sich gut bewährt!) und es sind deutlich weniger Stände, aber hier ein Stück Schinken und dort ein Stück Käse sowie ein Probierschluck vom Wein gibt es zu verkosten. Da greifen wir zu und nähern uns der Stierkampfarena, die in Ronda natürlich nicht fehlen darf.
Und wir haben Glück, denn es wird zurzeit gekämpft. Der Stier kommt soeben in die Arena aus Holz. Wir setzen uns zu den Zuschauern und gucken dem Spektakel zu:









Es ist nicht so schlimm und schrecklich, wie ich es mir vorgestellt habe, aber vielleicht lag es daran, dass ich immer an deinen Antiwichtel denken musste, Hermann-Jo. Aber jubeln können wir auch nicht, sondern haben schnell die Arena verlassen, ehe uns Schwanz oder Ohr des Stiers zugeworfen werden. (Peter war früher schon mal beim Stierkampf und konnte von dieser "Unsitte" erzählen.)
Die Spanier haben noch bis 3:00 h (vermutlich) Flamenco getanzt, wir hören  die laute Musik, viele Menschen kommen und gehen. Nach dem Stierkampf überwacht Peter die erste große Abfahrt der Spanier, aber wir haben nicht mehr die Lust, uns weiter ins Gewimmel zu stürzen. Wir schauen noch ein bisschen Fern und ich schlafe doch tatsächlich schon (trotz der Geräuschkulisse) um 23:00 h, aber natürlich nur oberflächlich und heute Morgen sind wir früh weg. Keiner soll uns zuparken. 
Wir machen uns auf den Weg zum Mittelmeer.





Jetzt stehen wir in der Nähe von Malaga, unmittelbar am Meer. Nach der ganzen baulichen Kunst und der sagenhaften Natur der Gebirge wollen wir nun einmal wieder Meer genießen.
Am Abend kommen Wolken auf und das Meer zeigt sich ziemlich unruhig. So viel zum Thema "wir haben jetzt sowieso gutes Wetter", Cilli & Co. 
Wir hoffen, dass das mit den Wolken nicht so bleibt, natürlich auch für euch (nach dem der Regen ausreichend in Deutschland gefallen ist) denn scheinbar lechzen die Gärten und Anbauten der Landwirte nach Regen. Und der ein oder die andere von euch auch, wie es so scheint!
Wir wollen Sonne und schicken liebe Grüße aus der Ferne 👋👋


4 Kommentare zu "Stierkampf in Ronda"

ziggel
2011-05-16 @ 06:53:32

Guten Morgen!! Danke für den mal wieder schoen geschriebenen und ausfuehrlichen Beitrag!
Den Stierkampf haette ich mir nicht ansehen
wollen und können! Da wäre der Tag gelaufen. Aber so ist das mit fremden Traditionen.. Hat euch die Begeisterung nicht angewidert?
Hab mich über euren Anruf gefreut! Lindenstraße war ja wieder gut,ne?! Klausi hat in nem Lindenstraße-Forum gelesen,dass Die leute betteln,dass die vorzeige-Starlets wieder zusammen kommen!! 
Ich wünsche euch ne gute Zeit am Meer,viel Sonne und spass!
Liebe Gruesse
Ziggel!

ziggel

2011-05-16 @ 06:54:48

Vorzeige-Stadlers sollte das heissen!!!

hejolue
2011-05-16 @ 19:42:17

Hallo ihr Süd-Urlauber!! Das Torero-Antiwichtel wollte damals unbedingt Dagmar (glaube ich jedenfalls) haben. Vielleicht kommen die Dudlers ja mal in diese Region und könnten dann...?!?
Die Bilder sehen ja echt schön und einladend aus. Könnte mir vorstellen auch durch diese Gegend zu kutschieren. Naja - wenn wir irgend wann einmal mehr als 2 Wochen Urlaub am Stück bekommen(Monik bekommt nicht mehr - war ne Abmachung für die Übernahme). Genauso werde ich demnächst wahrscheinlich mal wieder zwischendurch in die Tour de France reinschalten. Da träume ich auch immer von diesen Regionen. Aber eure Schilderungen der engen Straßen... Da kommt ja doch ein klein wenig ins Grübeln ob man genauso gelassen wie ihr damit umgehen würde. Ich glaube, da würde ein Ehezwist den nächsten ablösen. Bewunderung - Bewunderung für euch. Aber ihr ja auch Zeit - was solls auch...
So - Wir werden dann in ca. 1 Monat auch Richtung Süden fahren - Süd-Holland :-) Aber wir freuen uns darauf mit unserem Neuen und den Radels uns dort zu erholen, weil - bei den lieben Nachbarn fühlen wir uns immer wieder wohl. Liebe Grüße an das Mittelmeer und fahrt weiter vorsichtig (da habe ich bei Peter ja keine Bedenken!!) Monika und Hermann


Barbarella13
2011-05-18 @ 17:32:41

So, an alle!!!
Stefan und ich haben es getan!!! Und es war SUPER!!! Wir haben nämlich gestern abend ca. 40 Minuten mit Gisela und Peter geskypt. Man, war das toll, euch mal wieder live zu erleben. Peter hat uns dann auch gleich sein Tagwerk gezeigt. Leute, ich kann euch sagen, Wäsche über Wäsche. Alles fein säuberlich auf der Leine, da musste der Laptop erstmal einen Rundumschwenk machen.
Wir können nur jedem empfehlen, sich bei skype anzumelden und die Poremskis unter Poremski365 zu kontaktieren. Es lohnt sich!!!
P.S. Hab sie heute im Büro schon alle damit neidisch gemacht (hihi). Mal schauen, wen ihr demnächst per Video begrüßen könnt.
Ganz liebe Grüße,
Barbarella

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