Hallo Ziggel, hallo ihr alle,
Minikleid statt Burka trifft auch auf den Rest der Frauen zu. An den Küsten war es ja schon immer "westlicher" als im Land, insbesondere an der Westküste, aber jetzt sieht man quasi gar keine Frauen mehr mit Kopftuch. Nur wenige alte Damen tragen es noch, dabei allerdings ganz westliche Klamotten.
Ich musste ja noch die Taschen schleppen, aber eigentlich geht das hier anders. Früher mussten die Männer alles regeln, auch das Schleppen (!), heute ist die Frau hier genauso selbstständig wie bei uns. Sie gehen in Minirock und engem T-Shirt durch die Stadt, im Bikini an den Strand, tragen Kurzhaarfrisuren und lassen sich die Haare nicht nur mit Henna färben. Es gibt sogar Frauen, die Tattoos haben.
Hier sind viele Fremdarbeiter, die nach Hause gekommen sind und sich Eigentum gebaut oder gekauft haben. Aber auch viele Türken aus dem Land drängen in die Städte bzw. an das Meer, was mit großen Baugebieten von Feriensiedlungen quittiert wird. Bald wird man kaum noch so gemütlich am Meer stehen können, so wie wir immer noch Plätze gefunden haben. Auch die Natur wird möglicherweise darunter leiden und deswegen faszinieren mich die Tiere insbesondere. Neben den schönen Käfern und Schmetterlingen umfliegen uns Nebelkrähen, die einen auf Möwe oder Adler machen. Uferschwalben und Spatzen gibt es sowieso. Beim Friseur war ein Stieglitz (das schöne Vogelfoto habt ihr bestimmt gesehen) im Käfig eingesperrt - traurig.
Zum Glück haben sie aber noch das Nutzvieh in kleinen Gruppen auf Weiden, deswegen schmeckt das Fleisch köstlich. Nur in der Umgebung von Izmir sahen wir eine Art Mastbetriebe. Ansonsten haben sie inzwischen vielfach einen Hund an der Leine. Sie haben einen anderen Umgang mit den üblichen Haustieren- wohl auch eine Entwicklung. Es ist ein Zeichen von Modernität.
Nur in meinen Romanen tauche ich noch in alte türkische Welten ein. Vom Sultanat zur modernen Türkei mit Kemal Attatürk, das fand ja auch erst im 2. Weltkrieg bzw. im Krieg von 1919-1922 zwischen den Griechen und Türken statt. Aber es vermittelt auch, wie die Türken traditionell denken und manche Handlung kann man sich so erklären, die einem ansonsten fremd blieben. Dank meiner Romane kann ich mir nun auch vorstellen, dass dieser Kampf zwischen Türken und Griechen dazu geführt hat, dass Nachbarn und Freunde auf einmal nach vielen Jahr-hunderten gemeinsamen Lebens getrennt und Feinde wurden, wie im Ex-Jugoslawien. Darüber hatten wir uns gar keinen Kopf gemacht. Und es ist gar nicht verwunderlich, dass das Übel noch im letzten Jahrhundert in den Köpfen war. Heute sieht die Welt halt auch in diesem Punkt netter aus. Man kann sich verzeihen, nach 3-4 Generationen.
Viel denken wir an unseren Mehmet und seine Familie in Denizli, bei deren ältesten Tochter wir die Hochzeit miterleben durften. Leider gibt es ihn wohl nicht mehr, jedenfalls können wir keinen Kontakt herstellen. Im Grunde haben wir da die Entwicklung erlebt und wie plötzlich traditionelle Verhaltensweisen wieder zum Vorschein kamen.
So, jetzt muss ich raus an die Sonne, heute ist der letzte Strandtag hier in Mandalya bei Datca, denn vermutlich geht es morgen weiter 😎
14.05.12 @ 10:57
Guten Morgen!!
Das hört sich alles gut an! Gibt's den Ali Tümbek aus der Kaktüsbar noch? Hat Nadinn auch letztens noch gefragt. Das war witzig damals, oder? Und so schweinewarm! Gestern kam was über die Salafisten in Deutschland. Das finde ich sehr beängstigend! Schrecklich die Bilder aus Bonn vom vorletzten Samstag.
Ich stelle grad mal wieder fest, wie glücklich ich doch wieder bin. Manchmal hab ich noch Schreckensmomente, aber ich bin froh, die letzten Monate abhaken zu können.
Am 29. hat mich Petra zum Grönemeyer Konzert eingeladen. Die hat ne Karte übrig. Freu ich mich drüber!! Paula liegt grad vor mir und zuckt weil sie träumt. Waren joggen in herrlichem Sonnenschein!!:-) voll schön!!
In diesem Sinne..ziggel
15.05.12 @ 10:27
Guten Tag ihr zwei Reisende,
habt schöne Bilder und Berichte gesendet. Ruft die Erinnerung an 2010 zurück. Am Samstag fahren wir los. Erst nach Aschbach dann ins Elb-Sandstein-Gebirge. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Euch noch eine schöne Reise Annemarie,Ingo u. Flummy
16.05.12 @ 10:11
Hallo aus Ahsen,
da war Sandra einige Tage Ahsenerin und wir haben uns nicht gesprochen - unglaublich!
Hier sind alle gut beschäftigt. Das Dorf rüstet auf zum Schützenfest!
Jetzt habe ich bereits ein schönes langes Wochenende und bin gerade beim Packen für die jährliche Fahrradtour. Wie in den letzten Jahren läßt das Wetter Wünsche offen. Ich packe mal Glühwein ein...
Liebe Grüße und eine schöne Zeit
Cilli
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen