In den Nachrichten verfolgen wir seit Tagen, dass es im Norden Italiens Regenmassen, Überschwemmungen und Schlammlawinen gibt. Danke für eure Sorge um uns, Womowülfe, und die Aussage, dass auf Sizilien und für Kalabrien die Warnstufe ROT ausgesprochen wurde. Zum Glück stehen wir in Ferruzzano gut, so glaubten wir jedenfalls noch am Morgen des Telefonates.
Der Freitag ist auch hier im tiefen Süden ungemütlich geworden. Am Freitagmittag, ich stehe gerade am Herd und röste Pinienkerne für den Salat an, da sieht Peter eine Windhose auf dem Meer. Mach schnell ruft er, komm gucken, geh' raus und mach' Fotos. Ich, ganz gehorsam, steige aus und mache einige Aufnahmen, bevor ich ins Wohnmobil flüchte.
Die Windhose wirbelt übers Meer und saugt Wasser gen Himmel. Gischt und Nebel umhüllen den Wirbel, dazu plötzlicher Sturm und die Windhose kommt direkt auf uns zu.
Drinnen sind die Pinienkerne verbrannt. Peter hat nichts gerochen und jetzt schlägt auch schon gleich der Feuermelder an. Alarmstimmung, drinnen wie draußen! Ich kann noch das Gas abdrehen, und den Ventilator anschmeißen, da ist die Windhose schon angekommen, innerhalb von 3 Minuten!!!
Auf den letzten Metern hat die Wasserhose (wie es richtig heißen muss) Sand und Kies vom Strand angesaugt und wirbelt dieses Gemisch jetzt 20-30 m neben uns auf ein quer stehendes deutsches Wohnmobil. Im Gegensatz zum ebenfalls dort stehenden Wohnwagen, bleibt es allerdings unbeschädigt. Der verwaiste Wohnwagen wird von der Wasserhose über die Seite gerollt und kommt am Bahndamm zum Liegen.
Hier die Fotos:
Schließlich sitzen wir beim Essen und überlegen uns, was wir eigentlich machen müssen, wenn wieder einmal eine Wasserhose oder Windhose sichtbar wird. (Der Appetit vergeht uns nicht, wie du liest, Steffi! 😋 Was die Waage dazu sagt, sehen wir später!) In jedem Falle, dass sehen wir jetzt ganz klar, machen wir alle Luken dicht. Hätte die Wasserhose uns erwischt, wären ggf. die Luken vom Wind mitgerissen worden. Unseren Schutzengeln sei ein dickes DANKE gewidmet!
Die Wasserhose ist natürlich Gesprächsthema aller Orten. Die Polizei fährt immer wieder auf und ab, aber ansonsten ist Alltag. Am späten Nachmittag, gibt es anstelle des Kaffees bei uns Glühwein - es ist kühll. Als es schon dunkel ist, sitzt Nachbar Werner noch auf ein Glas Wein bei uns. Als er geht, schwingt sich Peter auf den Roller, weil der Wein knapp wird. Ich steige auch aus und will mit das Meer und den Himmel ansehen, da traue ich meinen Augen kaum:
Alle Wohnmobilisten vor uns sind weg! 😲😲😲😲
Werner hat schon Inge und Thomas angesprochen und die Männer gehen in den Ort um Näheres in Erfahrung zu bringen. Inge geht zur in Italien lebenden Deutschen Wohnmobilistin. Ich frage die nächsten Deutschen, die mit den Wohnmobilen wegfahren, was denn los wäre. "Sie wollen eine ruhige Nacht verbringen und nach der Wasserhose (sie waren betroffen!) würden sie das am Strand nicht haben!" Ich bleibe mit vielen ???? zurück!
Inge kommt und erklärt, dass die Polizei am Ende des Strandes bei jedem angeklopft habe und auf die Warnstufe aufmerksam gemacht habe. KEIN Camper, ob Deutscher oder Italiener, hat uns Bescheid gegeben! Auch die Polizei hat bei keinem von uns angeklopft 😲, dabei waren wir alle zu Hause!
Inge und Thomas haben mit Italienern sogar noch bis 17:00 h Boules gespielt und auch die Italiener haben ihnen nichts gesagt. Im Gegenteil, auf Werners Nachfrage, ob was nicht in Ordnung sei, als nach dem Boules-Spiel 2 Fahrzeuge der Mitspieler wegfahren, wurde gesagt: "No, no, tutto bene! Alles gut".
Wir warten auf die Männer und räumen nach kurzer Beratung ebenfalls mit unseren 3 Wohnmobilen den Strand. Ich fahre das kurze Stück mit dem Roller (angeschickert 😵!) vorweg, hat zum Glück niemand bemerkt! Ich musste sogar durch die große Pfütze unterhalb der Brücke fahren! 😱 Aber der Fluss schwillt immer stärker an und bedeckt schließlich die Straße, macht sie unpassierbar. Gleich hinter dem Bahndamm parken wir ein und verstehen die Welt nicht.
Inge, Thomas und wir sitzen im Womo, trinken Rotwein und wollen einfach die Camperwelt nicht mehr begreifen! Wo bleibt denn die Solidarität wenn sogar in Gefahrensituationen keine Information erfolgt???
Nun stehen wir ruhig im Park hinter dem Bahndamm und können auch schlafen.
Am Samstagmorgen gönnen wir uns frische Brötchen und Peter fährt zum Strand gucken. Einige Womos sind zurück und auch wir fahren nach dem Frühstück wieder an den Strand. Ich rauf auf den Roller, dieses mal ohne Helm! 😵 Zum Glück keine Polizei in der Nähe !!!
Das Meer hat mit einigen Wellen die Strandstraße überquert, aber es sind nur Spuren von Sand bzw. Schlamm auf der Straße zu sehen . Am Abend sehen wir einen Fernsehbericht über Naturgewalten. Gewitter beeinflusst das Meer und davon hatten wir tagelang jeden Abend genug! Immer wieder auch ein imposantes Schauspiel!
Das Meer beruhigt sich, doch der Himmel bleibt bedeckt und ab und an regnet es auch am Wochenende. Doch am Montag kommt die Sonne zurück und das Meer ist blau als wenn es keine Macht hätte. Wunderschöne wilde Orchideen kommen nach dem Regen überall zu Tage:
Wir packen, denn am Dienstag wollen wir weiter fahren.
Abschiedsstimmung am Morgen, ein letzter gemeinsamer Kaffee im Ort mit Inge und Thomas und wir fahren ab.
Unglaublich, neue "Gewalten" schlagen zu! Und wieder könnt ihr, Womowülfe und Wiebils, uns am besten verstehen 😏, denn als Peter vorsichtshalber an der Tanke die Luft der Reifen überprüft, da stellt er fest, dass der rechte Innenreifen der Hinterachse keine Luft hat. Die Ventilverlängerung ist undicht - das kennen wir ja schon! Und dieses mal wissen wir auch genau, was zu tun ist. Garage ausräumen und los!
Gegen 14:00 h sind wir fertig und so brauchen wir nicht überlegen, wo wir jetzt einkaufen, denn es ist Siestazeit. Wir machen also eine Mittagspause am nur ca. 30 km von Ferruzzano entfernten Strand und sehen dort die Ausmaße der Verwüstung. Anderorts war es offensichtlich auch schlimm...
Schließlich fahren wir in Richtung "Caronte Terme" weiter, d.h., auf die andere Seite des Stiefels (von der Sohle zur Frist!). Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir einen windgeschützten Parkplatz in Falerna am Meer. Der Wind kommt in starken Böen und wir gehen schon um 20:00 h schlafen - BEIDE!
Nach erholsamen 12 Stunden stärken wir uns mit dem Frühstück und fahren zur "Caronte Terme" hinauf. Es sind nur 16 km und die Sonne scheint! Oben liegen wir im entspannenden Thermalwasser, das gegen alle Wehwehchen hilft!
Heute bleiben wir noch hier.
Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt, denn vom Schweizer Willi haben wir auch eine Warnung über die Regenmassen im Norden Italiens und dem Tessin erhalten. Wir haben ja noch Zeit und können einfach im Süden bleiben!
Ciao Ciao ihr Lieben!
Da habt ihr ja mal wieder meeeega Glück gehabt!! Hätte auch ganz anders ausgehen können. Hoffentlich wird die Heimfahrt ruhig und sicher. Bis dahin ist der Regen in Norditalien bestimmt verzogen. Bis Weihnachten ists ja noch bisschen hin;-)
Schönen Abend euch und dicken Kuss
Ziggel
Danke für den ausführlichen Bericht! Wir haben jeden Abend nach den Nachrichten große Sorge um euch gehabt, waren aber einigermaßen beruhigt, weil du, Gisela, mir ja morgens noch versichert hast, ihr steht gut und sicher. So kann sich alles ändern. Wir haben das selbst mit dem Boot im letzten Jahr des Segeln erlebt: innerhalb von Minuten peitschten die Wellen um uns herum, das Beiboot hing waagerecht in der Luft, so hoch, wie die Leine es zuließ.
Wir drücken euch die Daumen für eine gute Heimfahrt und dass die Unwetter nun vorbei sind. Einen schönen Abend wünschen euch die Womowülfe.
Rufen nochmal an. Heute nachmittag war besetzt. Da wußten wir aber noch nichts von eurem Blog-Eintrag.
Hallo ihr Lieben,
wir sind auch wieder da. Letzte Woche war ich viel arbeiten, ihr wisst noch was das ist ? Und abends einfach k.o. So habe ich eure Gefahrensituation gar nicht mitbekommen. Seid bloß schön vorsichtig und bleibt einfach noch im Süden. Norditalien ist im Moment nicht so toll. Ansonsten sehr schöne Bilder. Vor allem vom Vulkan. Leider hat Peter ja keine Schuhe mehr bekommen. Naja nächstes Jahr seid ihr wieder da. Neues Spiel, neues Glück, neue Schuhe :-)))) Da muss man sich auch um die Waage keine Sorgen machen. Schuhe kneifen nicht :-)))) Da kann ich ein Lied von singen. Im Moment gehe ich auseinander wie ein Hefekuchen.
Weiß gar nicht woran das liegt. Weihnachten sehe ich mit Grauen kommen. 15 Kilo sind da wo sie nicht
hingehören. Aber Schluss mit der Jammerei und ab in die Küche einen Pudding holen. ;.))))
Viel Spass noch und meldet euch.
Viele liebe Grüße
Schlappens
Hallo ihr Zwei,
da habt ihr ja wirklich viel Glück gehabt hoffentlich ist die Rückreise weniger problematisch aber ihr habt ja auch viel gesehen und erlebt. vielleicht mal alles mündlich :-)
Ich wünsche euch eine gute Heimreise Berichte und Bilder sind wie immer super
lb Grüße
Ma-Ja
Hi Peter,
wie kann die Ventilverlängerung undicht werden? Schon öfters passiert?
Wünsche euch viel Glück auf der Rückfahrt!
liebe Grüße
Michael




















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