Montag, 15. Februar 2021

Besuch auf dem Ätna vor dem Wintereinbruch 23.10.2014


Vor dem Mittag schaffen wir es eigentlich nie, aber warum auch? So ist es auch am heutigen Montag, bis wir alles verstaut, ver- und entsorgt haben. Aber jetzt geht's auf zum Ätna, der eine stolze Höhe von über 3.300 m hat. Liebevoll wird er von den Sizilianern "mongibello" genannt, Berg der Berge!

Wir haben einen Stellplatztipp beim Gondelparkplatz in 1.900 m Höhe ausfindig gemacht und der Mercedes schnurrt hoch, es wird kühler. Bei ca. 12°C kommen wir nach 1 1/2-stündiger Fahrt oben an. Brrrhh - jetzt wissen wir, was ihr bereits erleiden müsst. Die Jacken kommen nun auch mal aus dem Schrank und zum Glück kann Peter seine Schuhe wechseln. (Pinkshell, leider gibt es bisher keine neuen Latschen für Peter - Saisonende!?)


 


Wir erkunden zunächst die nähere Umgebung, ein Paar aus Hamburg kommt von seiner Tour zurück und die quetschen wir bei einem Glas Wein in unserem Womo erst einmal aus. Michael und Doreen sind echt nett (Sicherlich hast du, Li, auch nur nette Leute in Hamburg um dich?) Wir bekommen schon erste Infos, sie müssen den Berg hinunter und dann wird's auch schon Nacht und ein sagenhafter Sternenhimmel zeigt sich.



Die Milchstraße ist unmittelbar über uns und es gibt Sternschnuppen... Unten im Tal sehen wir Catania im Lichtermeer. Es ist ein beeindruckendes Bild, was wir leider nicht wirklich im Foto festhalten können. (Klaus, das wäre für dich kein Ding!) Nach und nach ziehen kleine Wolken vorbei, der Blick ist wie aus dem Flugzeug - über den Wolken. Die Temperatur fällt in der Nacht noch weiter auf 7 °C - Heizung an!

Dann geht's schlafen, denn morgen müssen wir früh raus. Um 9:00 h (!) fährt die erste Gondel nach oben und die wollen wir unbedingt erwischen.

 


Alles geschafft, wir sitzen als erste in der Gondel und auch im geländegängigen Bus, um auf 2.900 m zu kommen, in die schwarz-graue Asche-/Stein-Wüste. Ein Führer empfängt uns mit weiteren 25 Leuten und mit ihm gehen wir zu kleineren Kratern.

Zuerst die Fotos:











Der Ätna hat nicht nur die 3 großen Hauptkrater, sondern außerdem viele kleine Krater in ca. 1000 m Höhe, sie sollen zur Zeit die gefährlichsten sein. Aber die Lava des Ätna ist nicht lebensbedrohend, erklärt der Führer, weil sie langsam fließt und der Mensch sich in Sicherheit bringen kann, das wäre beim Vesuv anders. 

Aus vielen kleinen Stellen und dem erreichten Krater steigen Gase auf, die wir als Dampf wahrnehmen. Sie sind warm und wenn die Asche an die Seite geschoben wird, kommt heiße Asche zum Vorschein, die man gerade noch so halten kann.
Wir haben Sonnenschein und eine sagenhafte Sicht über Meer und Insel. Wir können sogar Enna erkennen und die an der Küste liegenden Orte Taormina, Syrakrus und natürlich Catania. Die Gebirgswelt und das Meer liegt uns zu Füßen!





Natürlich packen wir einige Gesteinsproben (für Leon und Roger?) und auch Asche für euch ein, AKJ, denn vom Ätna fehlt bestimmt noch etwas in eurer Sandsammlung😎.










Gegen 13:00 h sind wir wieder am Womo. Die staubigen (wer will schon putzen?) Wanderschuhe legen wir erstmal in die Garage zurück. Nach einem Plausch mit den bayrischen Nachbarn (Zufall: Die Zwei haben wir letztes Jahr in Ferruzzano kennengelernt und hier wieder getroffen!), fahren wir die Südseite hinab. Auf dieser Seite war im November 2013 ein Ausbruch und der frische Lavastrom ist deutlich zu erkennen. Es ist faszinierend und unheimlich zugleich.


Unheimlich wird es dann nochmal so richtig, als wir dieses Haus sehen...



Beim gewaltigsten Ätna-Ausbruchs 1669 begrub die Lava sogar halb Catania und kam erst weit im Meer zum Stillstand. Überall ist das schwarze Gestein der Lava zu sehen. Die Menschen verwerten sie hier auch als Baumaterial.

Wir haben uns für einen Übernachtungsplatz unterhalb von Catania entschieden, um das Gesehene zu verarbeiten und den Ätna nachwirken zu lassen. In Brucoli, oberhalb von Augusta, stehen wir wieder in Meernähe, leider sind die Plätze am Hafen für uns nicht zu erreichen. Immer hoch haben wir den Blick auf den Ätna.






Heute Morgen durchstrolchen das Fischerdorf, das offensichtlich einen Künstler hat. Aber zum Glück auch einen Metzer und einen "Tante-Emma-Laden".

Schöne Malereien gibt es an den Gebäuden von Brucoli und sie sind eindeutig schöner, als wenn es Graffitis wären!




Gut versorgt gehen wir zum Womo zurück, gucken nochmals nach dem Wetterbericht und entscheiden uns für die Fahrt nach Norden. Den Süden wollen wir ja noch im Frühjahr 2015 bereisen! Also: Einpacken und los!

Bei Giarre landen wir in Riposto, auf einem Parkplatz am Meer mit Blick auf die Meerenge von Messina und den Ätna. Hier endlich können wir in der Enoteca auch den Ätna-Wein kaufen. 

Und es gibt wieder Fische zu sehen, und zwar nicht nur im Geschäft. Aber hier fängt man sie bestimmt nicht so blutig, wie den Thunfisch im Norden der Insel (Erinnert euch an das Wandgemälde in Erice!).


Diese Motoryacht liegt im Hafen von Riposto. Michael, das hättest du uns ja auch mal erzählen können, wie sich das so verhält, warum du eine Yacht im Hafen von Riposto liegen hast... 😈. Na, das klären wir dann mit euch, wenn wir bei euch im November reinschauen 😀

Gegen 19:00 h kommt plötzlich ein starker Wind auf. Daher wohl auch der sagenhafte Abendhimmel in seiner tollen Färbung. Wir parken nochmals um, damit wir keine Palmenäste auf das Dach bekommen. Es bleibt stürmisch in Böen und ab und an gibt es sogar Regentropfen. Doch wir stehen gut und sicher.

Heute Morgen gibt es endlich Zeit, die Reiseerlebnisse festzuhalten, denn es ist weiterhin windig und es gibt viele Schaumkronen auf dem Meer. Kein Tag, um sich über die Meerenge von Messina bringen zu lassen.

Während wir frühstücken sehen wir den Ätna...


... von Schnee überpudert und von Wolken verhangen. Wenn wir mal nicht genau zur rechten Zeit oben waren. 


Überall ist wohl Wintereinbruch, aber auf dem Ätna haben wir nicht damit gerechnet. Ach haben wir einen guten Zeitpunkt für seinen Besuch erwischt! Da zahlt sich doch mal wieder eine gute Reiseleitung aus - oder? Aber ehrlich, die schwarze Asche im Zusammenspiel mit dem weißen Schnee, hat auch etwas, aber oben wird es jetzt gaaaanz schön kalt sein, während wir hier bei 23°C zwar nicht schwitzen, aber uns wohlfühlen.

Nur schade, dass ihr, Womowülfe, nur Schnee hattet, als ihr auf dem Ätna gewesen seid. Im Frühjahr würde es uns bestimmt auch so ergehen, denn jetzt sieht man schon auf einer Seite ein kleines schneebedecktes Gebiet, guckt mal:



Jetzt habe ich mir aber ein Mittagessen verdient, denn es ist schon wieder spät geworden und wir haben soeben entschieden, dass wir morgen weiter fahren. Ob das Meer dann wohl ruhiger sein wird und wir somit das Festland erreichen wollen? Lasst euch überraschen. 

Drücken euch und sagen 

Ciao

Feedback für den Eintrag "Besuch auf dem Ätna vor dem Wintereinbruch"

stefaniespieker [Mitglied]
23.10.14 @ 18:39

Ihr Lieben,
habe soeben die letzten 2 Einträge gesehen. Ist ja sehr beeindruckend! Gisela macht wirklich schöne Bilder. Wir werden solche Reisen wohl nicht mehr machen. Horst hat Termin Polch am 3.12. und wir werden dann 1 Woche vorher losfahren. Wohin steht noch in den Sternen. Vielleicht bleiben wir auch nur an der Mosel. 
Weiterhin schöne Erlebnisse!
Viele Grüße von Steffi und horst

womowulf [Mitglied]
23.10.14 @ 19:39

Mit eurem Eintrag fühlten wir uns wieder zurückversetzt. Ob uns der Ätna noch einmal sieht bzw. wir ihn? Italien reizt uns wegen der hohen Preise (nicht preiswert essen wie bei Omma und Oppa)nicht so. Jetzt Frankreich war schon recht teuer. Und so leckeres Essen wie in Portugal? Muss man suchen!!!
Wir hoffen, dass ihr morgen ruhiges Wasser für die Überfahrt habt.
Viel Glück und weiterhin viel Spaß - eure 
Womowülfe

ziggel [Mitglied]
23.10.14 @ 21:42

Huhu!
Morgen gehts schon aufs Festland? Und wie geht's dann weiter? Dann steht bestimmt bald ein Frisörbesuch an, oder? Ich wünsche euch ne gute Überfahrt! Viel Spaß und noch viele tolle Erlebnisse! Kuss, Ziggel

wiebil [Mitglied]
26.10.14 @ 10:09

Hallo!
Wieder schöne Bilder und Berichte. Machen ein neugierig Sizilien mal wieder zu besuchen. Unsere Holland - Reise hat uns bisher auf die Insel Ameland und zu Jil und Tjok geführt. Das Traum - Dorf Hoorn konnten wir nicht aufsuchen da die Zufahrt zum Stellplatz nur für Fahrzeuge bis 8 m zugelassen ist. Auch Edam hat sich als Reinfall herausgestellt. Der Campingplatz geschlossen und der Womo-Stellplatz eine Baustelle. Wollen mal sehen wie es weitergeht. Euch eine schöne Heimfahrt wünschen AIF

urlaubsreif [Mitglied]
27.10.14 @ 22:39

Hallo ihr, ich habe es auch endlich geschafft, euren Ätna-Bericht zu lesen. Wirklich beeindruckende Bilder, welch ein Ausblick! Genial. Ich hoffe, wir werden auch mal die Gelegenheit haben, nach Sizilien zu reisen. Der Ätna ist dann natürlich ein Muss. Bis dahin freuen wir uns auf weitere tolle Reiseberichte und natürlich in ca. 4 Wochen auf euch.
Gisela, hast Du denn auch schon Zeit zum Basteln gefunden? ;-) LG und bis bald

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