Ach ihr Lieben, ist reisen schön!
Am Lido di Noto, frei an einem tollen Sandstrand stehend, das ist toll. Und am 2. Tag gesellt sich sogar noch ein 2. Womo hinzu. Erst alle sehr zurückhaltend, sitzen wir am Abend beim Wein gemütlich zusammen und schließen Freundschaft mit Dagmar und Willi aus Stuttgart. Die beiden sind schon viel herum gekommen, kennen sogar auch unsere Reiseleitung aus Marokko und behaupten sogar, wir wären in Fes aufeinander gestoßen. Nicht dass wir uns nicht erinnern könnten, wir haben sie nicht gesehen oder gesprochen, aber einer der Teilnehmer war ihnen bekannt und sie hätten ihn dort gesprochen. Klein ist die Welt - aber stimmt das auch?
Egal, bis die Mücken ausschwärmen, sitzen wir gemütlich beieinander und können sogar morgen mit dem Roller fahren und es ist noch jemand dort, um einen Blick aufs Womo zu haben!
Und dann kommt die wirklich tolle und beeindruckend restaurierte Barockstadt Noto. Es sind nur wenige Kilometer zu fahren und schon bald stehen wir auf der großen Prachtstraße mit vielen Kirchen und Palästen aus dem 18. Jh.. Schaut selbst:
Am Abend sitzen wir wieder am Womo zusammen mit Dagmar und Willi. Wir können uns gar nicht schnell genug mit Anti Brumm einreiben und fühlen uns an den Spreewald mit euch, Monika und Hermann-Jo, erinnert. Zum Glück sitzt Willi dabei und der übernimmt die ganzen Stiche...
Es wird ein kurzer Abend zu viert!
Wir bleiben für 4 Nächte, denn wir haben auch einen Metzger gefunden, der fantastisches Kalbfleisch hat und das nutzen wir aus.
Schließlich fahren wir doch weiter, denn der Südosten soll eine Vielzahl an Stellplätzen oder Badeplätzen für uns bereit halten. Doch alle Versuche scheitern und die Krönung ist eine stark unterspülte, enge Straße in Portopalo di Capo Passero. Der Stellplatz ist nicht nur geschlossen, sondern hat auch noch eine zu enge Durchfahrt. Wir fahren also weiter und landen an der unterspülten, jetzt gesperrten Straße. Ein kleiner Junge kommt gleich angelaufen, um uns zu warnen, aber wir müssen drehen. Natürlich steht gleich ein PKW hinter uns... Das kostet Schweiß und Geduld, nicht nur dem Fahrer. Ich rücke Absperrungen beiseite und zeige wieweit er fahren kann. Nach ¼ Stunde haben wir es geschafft und fahren wieder den Berg hoch, selig, nicht ins Meer gekippt zu sein. Wohin also jetzt?
Die meisten Plätze sind für uns unbrauchbar oder noch geschlossen. Weiter also in Richtung Marina di Modica. Große Teile der Strecke führen am Meer entlang, da wird sich doch wohl was finden? Nein!
Erst in Pozzallo, das Städtchen, mit dem Hafen für Malta, bietet einen tollen Platz in Sichtweite zum Hafen. Der Platz "Salvamar" ist einfach, Pippo, der Besitzer anwesend und sehr nett. Noch im ersten Gespräch entscheiden wir, eine Woche mindestens zu bleiben! Von hier aus können wir den Südosten mit seinen weiteren Barockstädten, Höhlen und Stränden mit dem Roller erkunden.
Wir haben ja alles an Bord und können gut mit dieser Ausstattung leben!
Dafür geht's direkt vom Platz aus über eine Düne zum weiten Sandstrand.
Die Stadt ist vielleicht 1 km entfernt und dort bekommt man alles. Was wollen wir also noch? Strom gibt es inklusive für einen Preis von 9 € am Tag, weil wir eine Woche bleiben. Bleibt man 1 Monat, zahlt man sogar nur 8 € inkl. allem, auch Wifi free! Und Pippo kocht sogar noch für einen, wenn man es wünscht. Das werden wir sicherlich ausprobieren!
Na und Unterhaltung haben wir auch, wenn Pippo nicht da ist, bzw. es bei uns nach Essen riecht...
Nach der ersten Übernachtung holen wir den Roller heraus und fahren einige Kilometer zur südlichste Spitze Siziliens, der Isola delle Correnti. Dieser Punkt liegt südlicher als das afrikanische Tunis.
Wir fahren weiter nach Portopalo Capo Passero, dem Ort, wo wir auf unterspülter Straße drehen mussten, weil er eine Straßenbaustelle ist!
Herrlich lange Sandstrände und Dünenlandschaften haben uns hierher begleitet. Wir fahren aber überwiegend durch landwirtschaftliche Nutzflächen und fühlen uns wie im spanischen Almeria mit all den Gewächshäusern. Überrascht sind wir, dass wir keine schwarzen Erntehelfer sehen, aber vielleicht gibt es zur Zeit auch einfach zu wenig zu tun.
Der Hafen von Pozzallo verschifft nicht nur Menschen nach Malta, er liegt auch sehr nah an Libyen und so kommen hier immer wieder die Geflüchteten und ihre gekenterten Boote an, in diesem Jahr schon tausende Personen alleine in Pozzallo. Die Fotos im Internet geben die Dramatik wieder, in den Kirchen und im Hafen sehen wir viele "Mahnmale" dazu:
Die Stadt Pozzallo lässt die heruntergekommenen Boote der Geflüchteten regelmäßig versteigern (ab 1 € das Stück - wenn wir es richtig verstanden haben) und Pippo hat ein Exemplar davon auf seinem Stellplatz "Salvamar" stehen:
Jeden Tag kommen neue, schreckliche Meldungen über die Nöte der Geflüchteten. Wie viele nicht überlebt haben, weil sie übers Mittelmeer kommen und die Boote kaputt und überladen sind. Die Schlepper sind skrupellos und sehen nur das Geld, nicht die Nöte der Betroffenen. Am Ende ihrer Kraft, aber glücklich, wenn sie überlebt haben, kommen sie u. a. in Pozzallo an. Das kann Italien/Sizilien nicht alleine schaffen. Die Barockstadt Augusta, unterhalb von Syrakus, haben wir ausgelassen, weil dort die Geflüchtete, die auf Sizilien ankommen, zunächst mit Bussen in Sammellagern unterkommen. In Pozzallo und Umgebung sehen wir kaum schwarze Menschen!
Wir wünschen euch trotz aller Probleme ein tolles sonnenreiches Wochenende und sagen ciao !!!
Wir stehen in Sichtweite zum Hafen und bekommen gar nichts mit, nur Fernsehen und Radio übermitteln uns das Neueste zum Thema. Mit Pippo reden wir über all die Probleme mit den Emigranten, europaweit.😩😪 Es ist ein solch trauriges Thema.
















































































